
Rave the Planet 2026: Als Fotograf mittendrin statt nur dabei
Es gibt Tage, an denen man als Fotograf nach Hause kommt und einfach weiß: Das war etwas Besonderes. Der 15. August 2026 war für mich so ein Tag. Als einer der offiziellen Fotografen des Rave the Planet Teams durfte ich die Parade in Berlin von Anfang bis Ende fotografisch begleiten. Nicht irgendwo am Straßenrand, sondern mittendrin. Auf den Trucks (Floats), zwischen den Menschen, vor der Kamera und hinter der Kamera.
Was mich an diesem Tag inmitten der Menschen und Szenerie dabei am meisten beeindruckt hat, waren am Ende gar nicht die riesigen Trucks, die Musik oder die schiere Größe der Veranstaltung. Es waren die Menschen.
Diese Energie. Diese Offenheit. Diese Freiheit. Und eine erstaunliche Selbstverständlichkeit, mit der jeder den anderen so sein ließ, wie er eben ist. Und ja, ich hatte dabei verdammt viel Spaß.
Der Morgen beginnt im Hotel Berlin
Mein Tag begann bereits am Samstagmorgen im Hotel Berlin. Dort trafen nach und nach die Fotografen des offiziellen Rave the Planet Fototeams ein. Zunächst stand die Registrierung auf dem Programm. Die Sicherheitsvorkehrungen waren angesichts einer solchen Großveranstaltung natürlich entsprechend umfangreich, gleichzeitig aber sehr professionell und gut organisiert.Wenn Berlin wirklich was kann, dann solche Events organisieren und durchführen!
Von etwa 9 Uhr bis gegen 11 beziehungsweise 11:30 Uhr blieb noch etwas Zeit, um durchzuatmen, einen Kaffee zu trinken und sich auf den langen Tag vorzubereiten.
An dieser Stelle auch noch einmal ein herzliches Dankeschön an das Hotel Berlin, das uns Fotografen nicht nur willkommen geheißen hat, sondern mir auch kostenlos Kaffee und ein kleines Frühstück ermöglicht hat. Währenddessen füllte sich das Hotel bzw. die Lobby immer mehr.
Die ersten Besucher kamen, am Merchandise Stand von Rave the Planet wurden T-Shirts, Aufkleber, Poster und weitere Fanartikel verkauft. Überall Menschen, die offensichtlich auf genau diesen Moment gewartet hatten. Die Stimmung war schon am Morgen spürbar. Ich fragte mich teilweise "wer war mehr aufgeregt: Die Besucher oder die Orga-Crew?"
Eine Mischung aus Vorfreude, Aufregung und diesem Gefühl: Heute geht es endlich los!
Das Fotografenteam wird eingeschworen
Um 11:50 Uhr gab es dann das Come Together des gesamten Fotografenteams. Chris Bellevue, der Head of Photography, stimmte uns auf den Tag ein und erklärte noch einmal die wichtigsten Regeln und Sicherheitsbestimmungen.
Wir bekamen Informationen darüber, welche Bilder Rave the Planet gerne hätte, wie wir auf den Floats und neben den Trucks arbeiten sollen und vor allem, wie wir mit den Menschen umgehen. Ansonsten hatten wir volle Freiheit über die Art unserer Bilder. Keine starre fotografische Vorgabe, keine Liste, die wir einfach abarbeiten mussten. Wir sollten unsere eigene Sicht auf die Parade entwickeln und die Atmosphäre so authentisch wie möglich festhalten.
Jeder Fotograf bekam schließlich sein Badge. Damit hatten wir die entsprechende Berechtigung, die Trucks zu betreten und direkt auf den Floats zu fotografieren. Für mich war spätestens da klar: Das wird kein normaler Samstag.
13:30 Uhr: Aufbruch zur Straße des 17. Juni
Gegen 13:30 Uhr machten wir uns gemeinsam vom Hotel auf den Weg zur Straße des 17. Juni. Dort wurden die Fotografen auf die verschiedenen Trucks verteilt. In der Regel waren drei bis vier Fotografen einem Truck zugeordnet. Insgesamt sollte jedes Team zehn Trucks fotografisch begleiten. Natürlich stand es uns offen, auch die anderen Trucks zu begleiten. Bei der Menge an Menschen und den Temperaturen stellte sich das später als fast unmöglich heraus.
Die Parade selbst bestand aus insgesamt 34 Trucks. Und dann war es soweit.
14 Uhr: Die Rave the Planet in Berlin beginnt
Pünktlich um 14 Uhr setzte sich der gesamte Zug in Bewegung. Einmal rund um die Siegessäule, weiter Richtung Brandenburger Tor und anschließend wieder zurück. Was dann passierte, lässt sich schwer in Worte fassen. Man muss es erlebt haben.
Ich bewegte mich von Truck zu Truck, fotografierte die Menschen auf den Floats, die DJs, Tänzerinnen und Tänzer, die Crew und natürlich die Menschenmassen rund um die Trucks. Dabei entstanden Bilder aus den unterschiedlichsten Perspektiven.
Mal stand ich mitten auf einem Truck. Mal direkt davor. Mal liegend auf der Strasse vor der Siegessäule (was gefühlt bei 40 Grad Hitze des Asphalts immer nur kurz möglich war!), mal irgendwo zwischen den Menschen am Straßenrand.
Und manchmal war ich einfach nur damit beschäftigt, nicht von der nächsten Bewegung überrascht zu werden.
Die Kamera wurde plötzlich zum Türöffner
Was mich als Fotograf besonders überrascht hat, war die unglaubliche Offenheit der Menschen. Normalerweise ist Straßenfotografie nicht immer einfach. Manche Menschen drehen sich weg, andere werden unsicher, sobald sie eine Kamera sehen.
Bei Rave the Planet war das komplett anders. Die Menschen haben sich gefreut, fotografiert zu werden. Sie haben gelacht, getanzt, posiert und sich teilweise ganz bewusst vor meine Kamera gestellt. Es fühlte sich nicht so an, als würde ich Menschen fotografieren.
Es fühlte sich eher so an, als würden sie mir für einen kurzen Moment ihre Geschichte schenken. Und genau daraus sind einige meiner liebsten Bilder entstanden.
Mein kleiner QR Code Trick
Ich hatte mir für den Tag noch etwas Besonderes überlegt. Ich hatte einen QR Code dabei. Wenn jemand von mir fotografiert wurde, konnte die Person den Code einfach mit dem Smartphone scannen und später über einen Link ihre Bilder beziehungsweise die entsprechende Galerie abrufen.
Die Reaktionen darauf waren großartig. Immer wieder kam: „Das ist ja eine super Idee!“ Viele sagten mir, dass sie so etwas bei einem Fotografen noch nie erlebt hätten. Für mich war das eine einfache Möglichkeit, aus einem kurzen fotografischen Moment tatsächlich eine kleine Erinnerung für die Menschen zu machen.
Und offensichtlich wurde das Angebot angenommen.
Als ich am nächsten Tag die Galerien online stellte, waren bereits innerhalb der ersten Stunden mehrere hundert Menschen auf den Seiten unterwegs. Tausende Downloads beziehungsweise Abrufe ihrer Bilder kamen bereits sehr früh zusammen.
Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich gefreut. Denn dann weiß man, dass die Bilder nicht einfach irgendwo auf einer Festplatte verschwinden. Sie landen bei den Menschen, die tatsächlich Teil dieses Tages waren.
34 bis (gefühlt) 40 Grad und trotzdem wird getanzt
Ein kleiner Nebendarsteller dieses Tages war übrigens die Temperatur. Oder besser gesagt: Die Temperatur war kein Nebendarsteller. Sie war ein ziemlich dominanter Hauptdarsteller. Teilweise lagen die Temperaturen gefühlt bis 40 Grad.
Für jemanden mit Kamera, mehreren Objektiven und einer ziemlich langen Liste an Trucks, die fotografiert werden wollten, ist das irgendwann körperlich durchaus bemerkbar.
Nach 10 Minuten war ich bereits durchgeschwitzt (und ich schwitze i.d.R: wenig). Die Füße wurden schwer. Das T-Shirt wurde irgendwann eher zur Erinnerung an Kleidung. Und Wasser wurde zum wichtigsten Accessoire des Tages. Aber die Menschen tanzten weiter.
"Mich freut, dass es eine Demo FÜR Etwas ist: Für ein liebevolles, diverses und grenzenloses Zusammengehörigkeitsgefühl und die Anerkennung der elektronischen Musik und der Erhalt kultureller Freiräume."

Die Mediacrew von Rave The Planet besteht aus ehrenamtlichen Fotografen, Videografen, Cuttern und Social-Media-Creators. Sie dokumentieren die Techno-Paraden in Berlin, erstellen Reels und TikToks und begleiten die gemeinnützige Organisation rund um Dr. Motte
Und dann kamen die Wasserwerfer
Besonders beeindruckend war es, als die Polizei mit großen Wasserwerfern für Abkühlung sorgte. Was dann passierte, war fast schon wieder eine eigene kleine Geschichte:
Menschen liefen freiwillig unter die Wasserfontänen und feierten das Wasser, als hätten sie gerade den Jackpot gewonnen. Bei diesen Temperaturen konnte man es ihnen aber auch nicht verdenken. Es war großartig zu fotografieren.
Diese Mischung aus Hitze, Musik, Wasser, Lachen und Bewegung. Menschen, die für einen kurzen Moment wieder wie Kinder wirkten. Einfach glücklich.











Was mich wirklich berührt hat
Ich war schon zu Love Parade Zeiten in Berlin und habe diese besondere Atmosphäre rund um elektronische Musik und diese riesigen Menschenmengen erlebt. Als Gast und (Achtung) auch als DJ auf einem Truck!
Aber Rave the Planet hat mir noch einmal eine andere Seite davon gezeigt. Es war nicht einfach nur eine Techno Parade. Was mich persönlich am meisten berührt hat, war diese Energie der Menschen.
Eine Mischung aus Freiheit, Liebe, Achtsamkeit und gegenseitigem Respekt. Jeder durfte dort sein, wie er ist.
Und das wurde nicht nur toleriert. Es wurde selbstverständlich akzeptiert. Du konntest aussehen, tanzen oder dich bewegen, wie du wolltest. Niemand schien sich daran zu stören. Und selbst wenn irgendwo ein Musikstück lief, bei dem ich persönlich dachte: Okay, das ist jetzt nicht unbedingt meine Musik. War das völlig egal.
Die Menschen blieben respektvoll. Genau das fand ich so beeindruckend. Es gab keinen Zwang, dass alle gleich sein mussten. Im Gegenteil. Die Unterschiedlichkeit war Teil des Ganzen.
Freiheit sieht manchmal ziemlich bunt aus
Vielleicht ist das auch der Grund, warum mir die fotografische Dokumentation dieses Tages so viel Spaß gemacht hat.
Ich musste nichts künstlich erzeugen. Die Bilder waren bereits da. Ich musste nur hinsehen.
Ein Blick.
Eine Bewegung.
Zwei Menschen, die miteinander tanzen.
Eine Gruppe, die völlig in der Musik aufgeht.
Menschen die sich innig küssten.
Jemand, der plötzlich direkt vor meiner Kamera steht und lacht.
Ein DJ auf dem Truck.
Eine Tänzerin im Gegenlicht.
Wasserfontänen über einer tanzenden Menge.
Das sind die Momente, die dokumentarische Fotografie für mich ausmachen.
Nicht inszenieren. Beobachten. Und im richtigen Augenblick auslösen.
Meine Arbeitsweise als Portraitfotograf
Seit vielen Jahren fotografiere ich Menschen und habe von Ballett bis Domina unglaublich interessante Persönlichkeiten kennengelernt und auch fotografiert. Mein Ziel ist nicht, perfekte Gesichter zu erzeugen. Mich interessieren Persönlichkeit, Ausstrahlung und Charakter. Deshalb beginnt jedes Portraitshooting mit einem Gespräch und nicht mit einer Kamera.
Werdegang
Seit 15 Jahren fotografiere ich Menschen in Hamburg, Ahrensburg, Potsdam, Berlin und Norddeutschland und habe über 500 Shootings im Bereich Businessfotografie, Eventfotografie, Portraitfotografie, Peoplefotografie und Lifestylefotografie durchgeführt. Seit über 20 Jahren liefere ich mit meiner Agentur UrbanDivision Lösungen für die Vermarktung von inhabergeführten Unternehmen.
Referenzen
RTL, Ergo Versicherungen, Tesla, Amundi German Masters, LeBook, The Independent Photographer, Model Managament, Schlagermove, Christopher Street Day, Porsche European Open
Erfahrungen und Bewertungen
Bewertung & Erfahrung mit Thorsten Ruhle
Weiterführende Themen
Portraitfotografie Frauen 50+
Business Portraits
Über mich
Fotoshooting Gutschein
Kontakt
21:10 Uhr: Das Ende der Parade
Die Parade zog sich bis in den Abend. Gegen 21:10 Uhr endete der Tag schließlich mit der Abschlusskundgebung von Dr. Motte.
Sieben Stunden Parade.
Sieben Stunden fotografieren.
Sieben Stunden Bewegung.
Und sieben Stunden mitten in einer Energie, die man nur schwer beschreiben kann.
Ich war danach komplett platt. Die Füße taten weh. Die Beine waren müde. Der Kopf war voll mit Bildern.
Von der Straße des 17. Juni an der Siegessäule machte ich mich noch auf den Weg zum Bahnhof Zoologischer Garten und fuhr anschließend mit der Bahn zurück nach Potsdam.
Als ich schließlich im Bett lag, war ich einfach nur noch fertig. Aber glücklich. Sehr glücklich.
Was von diesem Tag bleibt
Am Ende bleiben natürlich tausende Fotos. Aber eigentlich bleiben mehr als Fotos. Es bleiben Begegnungen.
Lächeln. Musik. Schweiß. Wasser. Tanzende Menschen. Lautstärke. Freiheit.
Und dieses erstaunliche Gefühl, dass Menschen für einen Tag einfach gemeinsam feiern können, ohne sich gegenseitig erklären zu müssen.
Für mich als Fotograf war Rave the Planet deshalb eine völlig neue Erfahrung. Nicht nur, weil ich erstmals offiziell als Fotograf Teil eines solchen Teams war. Sondern weil ich die Menschen aus einer anderen Perspektive erleben durfte.
Mittendrin. Auf den Trucks. Zwischen den Tänzern. Direkt vor dem Brandenburger Tor. Und mit der Kamera immer auf der Suche nach diesem einen Moment.
Ich glaube, genau deshalb liebe ich dokumentarische Fotografie. Weil man manchmal nicht weiß, was in der nächsten Sekunde passiert. Man muss nur bereit sein, es festzuhalten.
Rave the Planet 2026 war für mich genau so ein Tag.
Anstrengend. Laut. Heiß. Chaotisch. Friedlich. Emotional. Und vor allem: unglaublich lebendig. Imagine Love!
Häufige Fragen zu Rave the Planet
Eine gemeinnützige Organisation und eine als Demonstration angemeldete Technoparade in Berlin, die als Nachfolgeprojekt der früheren Loveparade gilt.
Die Initiative wurde 2019 unter anderem von DJ und Musikproduzent Dr. Motte (Erfinder der Loveparade) zusammen mit weiteren Kultur-Enthusiasten gegründet.
Zu den Hauptzielen gehören die Anerkennung elektronischer Musikkultur als immaterielles UNESCO-Kulturerbe, der Schutz von Club- und Kulturräumen sowie der Einsatz für Frieden und Völkerverständigung.
Nein, die jährliche Strassenparade ist eine als Versammlung angemessene Demonstration und daher kostenlos zugänglich.
Nein, es ist explizit als nicht-kommerzielle Kulturveranstaltung und politische Demonstration für die elektronische Musikszene deklariert, finanziert durch Spenden und Merchandise.

Rave the Planet Gallery
Die Bilder der diesjährigen Rave the Planet Parade in Berlin sind online! Imagine Love - have fun!