
Making of Portraitshooting Hamburg: mit Kira am Allermöher Deich
Kira ist eines dieser Models, bei denen man nach wenigen Minuten merkt, dass etwas passt. Nicht nur vor der Kamera, sondern auch menschlich. Sie ist offen, herzlich, neugierig und bringt genau die Mischung aus Ruhe und Ausdruck mit, die für meine Art der Portraitfotografie entscheidend ist. Dieses Portraitshooting fand in Hamburg statt und zeigt exemplarisch, wie ein Shooting in urbaner Umgebung entsteht.
Bereits nach unserem ersten Shooting vor einigen Jahren wusste sie sehr genau, worauf ich Wert lege: Authentizität, Natürlichkeit und eine feminine Darstellung, die nicht gespielt wirkt. Kira hat eine für mich unschuldige, sehr dezent feinfühlige Art, sich selbst darzustellen. Doch sie kann in sekundenschnelle sehr stark und mutig ihren Habitus ändern.
Die Idee hinter dem Portraitshooting
Ein gutes Portraitshooting verbindet Persönlichkeit, Umgebung und eine klare fotografische Handschrift. Dieses Shooting sollte leise sein. Emotional, natürlich, feminin. Kein Studio, kein künstlicher Aufbau, sondern Raum, Luft und Atmosphäre. Der Allermöher Deich in Hamburg bot dafür perfekte Voraussetzungen. Weite, Wasser, Schilf und eine Stimmung, die sich je nach Tageszeit komplett verändert.
Meine Fotografenkollegin Julia Bader begleitet uns. An diesem Tag waren wir alle Drei guter Dinge und ich glaube auch, sogar ein wenig aufgeregt, wie sich dieses gemeinsame Shooting an diesem sehr frühen Sommermorgen wohl entwickeln würde. Zu Julias Making of Portraitshooting: https://juliabader-foto.design/fotoshootings/portraits-entstehen-wenn-nichts-erzwungen-wird/
Wir haben uns bewusst für den frühen Morgen entschieden. Noch vor Sonnenaufgang. Zu dieser Zeit ist die Landschaft fast unberührt, die Geräusche sind gedämpft und alles fühlt sich ein wenig ehrlicher, vielleicht sogar “creepy” an. Genau das, was ich mir für dieses Portraitshooting mit Kira gewünscht habe.
Der Morgen am Deich
Es war Sommer, aber überraschend kühl. Ein leichter Nebel zog über das Wasser, die Luft war feucht und klar. Im Hintergrund hörte man immer wieder Krähen, die durch die Szenerie flogen und diese fast filmische Stimmung noch verstärkten. Kira ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil. Sie ging sehr bewusst mit der Umgebung um, bewegte sich ruhig, aufmerksam und präsent. Wir gingen ein paar Szenerien durch: Auf einem Steg, einem Gerüst, einem einfachen Weg. Mal in Hosenkleid, mal in Jeans.
Bei den meisten Models kommt bei Start eines Portraitshootings als erste Frage “Was soll ich anziehen?”. Ich sage dann immer “Trage zuerst dass, womit du dich jetzt gerade am Wohlsten fühlen würdest,” Und so starteten wir mit ihrem wirklich sehr passenden und taubenblauen Hosenkleid.
Das Tele-Objektiv für mein Warm-Up
Wir starteten im Sitzen, auf einer Brück die über einen Ausleger der Dove Elbe ragte. Wichtig sind für Model als auch Fotograf, dass sie sich in ihrer Stimmung schnell aber nicht hektisch annähern. Normalerweise shoote ich in den ersten 15-30 Minuten mit einem Tele-Objektiv, um noch Abstand zum Model zu haben. Warum?
Jeder der einmal in 1-2 Meter von einer Kamera zum “Warm-Up” erfasst wurde, fühlt sich direkt “beobachtet” und verändert seine Haltung, Schulter, Blick. Es wirkt dann fast angespannt wie ein Reh, dass im Scheinwerferlicht des Autos erfasst wurde.
Für mich ist es eine Annäherung an das “Bild zwischen den Bildern” und es entstehen dadurch sensitivie, fast schon sehr intime Momente. Solche Momente sind Gold wert. Wenn ein Model nicht gegen die Stimmung arbeitet, sondern sie aufnimmt und verstärkt. Genau dann entstehen Bilder, die nicht laut sein müssen, um zu wirken.
Die Sichtweise einer Fotografen-Frau
Begleitet wurde das Shooting von der Fotografenkollegin Julia Bader, die am Rande ein paar der Making of dokumentarisch festgehalten hat. Sehr zurückhaltend, sehr aufmerksam. Ihre Bilder zeigen nicht nur den Ablauf des Shootings, sondern auch die Stimmung zwischen den eigentlichen Momenten. Das Warten, das Beobachten, das kurze Innehalten zwischen zwei Aufnahmen.
Diese Making of Bilder geben einen ehrlichen Einblick in meine Arbeitsweise. Sie zeigen, wie nah und ruhig ein Shooting sein kann und wie viel Kommunikation und Gefühl hinter scheinbar einfachen Portraits steckt.
Und natürlich lichtete Julia ebenfalls einige wundervolle und zauberhafte Momente mit Kira ab, denn das gesamte Shooting war auch eine Idee, mein Auge aus dem Blickwinkel einer Frau auf ein Model zu “schulen”. Eine Frau beobachtet einen Menschen (hier ein weibliches Model) nunmal ein wenig anders, als ein Mann dies tut. Diese Sicht- und Herangehensweise finde ich enorm spannend. Unter Kollegen, als auch in der Dynamik mit einem Model. Es entstehen “nebenbei” auf wundersame Weise neue Perspektiven und Ergebnisse. Wundervoll!









Das Portraitshooting Hamburg – die Zusammenarbeit
Wie bei all meinen Shootings war mir auch hier wichtig, dass Kira sich sicher fühlt und ihre Weiblichkeit zeigt, ohne den Anspruch auf “sexyness” zu liefern. Viel Kommunikation, kleine Impulse statt starrer Posen und immer wieder Pausen, um innezuhalten. Die Nähe zur Kamera entsteht nicht durch Anweisungen, sondern durch Vertrauen.
Wer mich kennt, weiß, dass ich beim Fotografieren selten still stehe. Ich knie im Gras, lehne halb im Schilf, hocke am Deich oder liege fast auf Augenhöhe mit dem Model. Diese manchmal etwas witzigen Verrenkungen gehören für mich dazu, weil sie Perspektiven ermöglichen, die man im Stehen nie bekommt. Und sie lockern die Situation.
Kira musste zwischendurch öfter lachen, was man den Bildern am Ende auch ansieht. Nicht weil diese Bilder sie beim Lachen zeigt, sondern weil ihr Körper und ihr ganzer Ausdruck eine Darstellung völliger Entspanntheit zeigt.
Genau so entstehen die Portraits, die ich liebe. Bilder, die nicht erklären müssen, sondern fühlen lassen. Und in einem ganz flüchtigen Moment, entstand so mein Lieblingsbild an diesem Morgen.
Anmerkung: Gerade der Norden bietet mit seinen urbanen Kulissen, ruhigen Ecken und modernen Architekturkontrasten ideale Bedingungen für authentische Portraitshootings in Hamburg.

“Ein Shooting voller Sinnlichkeit. Es war ein wundervolles Erlebnis mit Thorsten und Julia, das einem im Gedächtnis bleib.”
(Kira)
Fünf Dinge, die mir bei einem Portraitshooting wichtig sind:
- Vertrauen aufbauen
Ohne Vertrauen passiert nichts. Ein gutes Portrait entsteht erst, wenn sich die Person vor der Kamera sicher fühlt und merkt, dass sie nichts darstellen muss. Um miteinander “warum zu werden”, treffe ich mich einmal vor dem eigentlichen Shooting mit dem (falls mir noch nicht bekannten) Model, damit wir uns kennenlernen - Echtheit statt Pose
Ich suche keine perfekten Haltungen, sondern echte Momente. Kleine Bewegungen, kurze Blicke, Pausen dazwischen. Genau da entsteht Ausdruck. Um diesen Zustand herbeizuführen, starte ich meist mit einem Tele.Objektiv, um ca. 10 Meter entfernt die ersten Moods zu shooten. Das Model wird locker und fühlt sich nicht direkt beobachtet. - Atmosphäre und Ort
Die Umgebung ist für mich nie nur Hintergrund. Licht, Wetter, Geräusche und Stimmung gehören zum Bild und beeinflussen, wie sich der Mensch vor der Kamera öffnet. Manchmal sorgen sogar beobachtende Spaziergänger am dafür, dass sich das Model in “leichtem Hedonismus” fühlt. Dies kann spannende Bilder erzeugen. - Ruhige Kommunikation
Wenig Kommandos (falls gewünscht), dafür mehr klare Impulse. Ich führe, ohne zu kontrollieren, und lasse Raum, damit die Persönlichkeit sichtbar werden kann. Eines der für mich wichtigsten Aspekte, damit der Mensch vor der Kamera nach dem Shooting sagen kann “Wow, so habe ich mich noch nie gesehen. Das gefällt mir sehr gut,” - Nähe und Perspektive
Ich gehe körperlich nah ran, wechsel Positionen, gehe auf Augenhöhe. Nicht, um spektakulär zu sein, sondern um dem Menschen wirklich zu begegnen. Wichtig in diesen Momenten in denen eine Art “Intimität” entsteht: Keine Ablenkung, kein Objektivwechsel, keine externen Störquellen. Diese können einen wunderprächtigen Moment vorbeihuschen lassen, ohne dass du ihn bemerkt hast.












Fazit
Dieses Portraitshooting in Hamburg zeigt einmal mehr, wie vielseitig die Stadt für Portraitfotografie ist. Zwischen urbaner Struktur, modernen Fassaden und ruhigeren Außenbereichen entstehen Bilder, die Persönlichkeit und Ausdruck in den Vordergrund stellen. Das Making of gibt einen realistischen Einblick in ein Portraitshooting. Vom ersten Gespräch bis zu den finalen Bildern geht es darum, Menschen authentisch darzustellen und eine entspannte Atmosphäre zu schaffen.
Das Shooting mit Kira und Julia war leise, intensiv, unterhaltsam und sehr nah. Kein großes Konzept, kein Druck, kein Inszenieren. Einfach ein früher Morgen, eine besondere Landschaft und eine junge Frau, die sich darauf eingelassen hat, sie selbst zu sein und sich von zwei Fotografen in ihrem Sein selbst zu erfassen.
Wer ein professionelles Portraitshooting in Hamburg sucht und Wert auf natürliche Bilder und eine ruhige Herangehensweise legt, findet > hier einen ehrlichen Einblick in meine Arbeitsweise.
(Making-Of Bilder: Julia Bader)

Ich bin nicht fotogen: Völliger Unsinn.
Wenn ich jedes Mal einen Euro bekommen hätte, wenn jemand das zu mir sagt, könnte ich längst auf einer einsamen Insel leben – und zwar mit Cocktail in der Hand.